Windbewegter Standort

Aufwind in der Stadt

Bremerhaven gilt heute als Vorzeigemodell für einen gelungenen Strukturwandel. Im Rahmen des von Anfang an von der Wirtschaftsförderung BIS konsequent gedachten Ansiedlungskonzeptes für die Offshore-Windindustrie sind Tausende neue Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstanden.

Inzwischen ist die Branche an der Weser heimisch geworden und findet in der größten Stadt an der Deutschen Nordsee hervorragende Bedingungen für ihr weiteres Wachstum vor. Von hier aus lassen sich Maschinenhäuser, Rotorblätter, Türme, Fundamente und sogar ganze Umspannstationen schnell und kostengünstig über See verschiffen – zu ihren Bestimmungsorten weltweit oder direkt zu den Windparkbaustellen im Meer.

Ganzheitliche Standortentwicklung

Die BIS hat frühzeitig das große Marktpotenzial der Offshore-Windenergie sowie die prädestinierte Lage Bremerhavens als Produktionsstandort für die ganze Industrie erkannt.

In einem mit dem Land Bremen und der Stadt Bremerhaven abgestimmten Prozess, in dem parteienübergreifend Konsens besteht, wurden seit 2001 gezielt die Rahmenbedingungen zur Unterstützung der jungen Offshore-Branche entwickelt. Neben der Gründung der Windenergie-Agentur WAB konnten die Wirtschaftsförderer und die Stadt in kürzester Zeit geeignete Flächen für die Testanlagen der Offshore-Klasse zur Verfügung stellen.

Der Labradorhafen im Süden der Stadt bekam Schwerlastkajen für die Verschiffung der Komponenten. Direkt angrenzend wurde ein Layout für die neuen Industriegebiete Luneort und Luneplate entwickelt. Hier siedelten sich die Hersteller und Produzenten Adwen, Senvion und PowerBlades an.

Mit ihnen kam eine Vielzahl spezialisierter Zulieferer. Und auch dem Bedarf der Wirtschaft an wissenschaftlicher Begleitung, an Forschung und Entwicklung sowie an Ausbildung und Qualifizierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wurde durch vielfältige Maßnahmen Rechnung getragen. Wegweisendes Ereignis in diesem Bereich war die Ansiedlung des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Jahre 2009.

Mehr Platz für die Zukunft

Schließlich entstanden auch im Norden der Stadt Hafen- und Logistikflächen auf der ABC-Halbinsel und dem südlichen Bereich des Containerterminals. Bremerhaven hat sich neu erfunden, indem es sich auf seine maritimen Stärken besonnen und gleichzeitig ganz bewusst auf die Entwicklung der Offshore-Windenergie gesetzt hat. Damit leistet Bremerhaven nicht nur einen wichtigen Betrag zum Klimaschutz und der Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien, sondern bewegt auch Themen, die ganz oben auf der Agenda von Politik und Wirtschaft stehen.

Künftig wird die Seestadt den gewachsenen Anforderungen der Offshore-Windenergieindustrie mit einem neuen Schwerlastterminal (OTB) und mit ergänzenden Infrastrukturmaßnahmen gerecht werden.

Offshore ist in Bremerhaven angekommen. Und gibt Impulse. So vernetzt beispielsweise das Internetportal „Klimastadt Bremerhaven“ diverse Aktivitäten im Bereich der nachhaltigen Energieerzeugung. Hier entsteht ein neues Leitbild, an dem sich künftig das Handeln von Stadt, Wirtschaft und Bürgern ausrichtet.